Visualisierung des Sicherheitskonzeptes in einem Lage- und Geländeplan

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Die im Rahmen des Aufbaus und der Durchführung von Veranstaltungen vorgesehenen Maßnahmen (siehe unten) können mit sicherheitsrelevanten Aspekten in Konflikt stehen und zu kritischen Situationen führen. Diese Konflikte können räumlich (Beispiel: Die sanitären Anlagen sollen auf den Aufstell- und Bewegungsflächen der FeuerwehrEine öffentliche oder private Einrichtung zur Abwehr von -> ''Gefahren'' für Leben, Gesundheit und Sachen durch Brände, Explosionen, Überschwemmungen, -> ''Unfälle'' und ähnliche Ereignisse. Daneben kann sie noch andere Aufgaben, insbesondere des vorbeugenden -> ''Brandschutzes'', wahrnehmen. Einzelheiten sind in den gesetzlichen Regelungen der Länder und des Bundes festgelegt. Öffentliche Feuerwehren können aus Berufsfeuerwehren und/oder Freiwilligen Feuerwehren oder auch aus Pflichtfeuerwehren bestehen. Private Feuerwehren können Werkfeuerwehren und Betriebsfeuerwehren sein. Freiwillige Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren können in Ortsfeuerwehren (Feuerwehr eines Ortsteils einer Gemeinde) unterteilt sein. eingerichtet werden), aber auch räumlich-zeitlich bedingt sein (Beispiel: Die Wege für den Auslass der BesucherEntspricht im Wesentlichen dem Begriff -> ''Zuschauer'' oder ''Zuhörer'' und meint damit die an der Veranstaltung nur passiv beteiligten Personen. Personen, die über eine Eintrittskarte mit oder ohne Bezahlung Zutritt zur Veranstaltung haben, sind immer Besucher. werden über den Anfahrtsweg des Rettungsdienstes geführt).

Um solche Konflikte zu vermeiden empfiehlt es sich, einen LageBeschreibung der bestehenden Situation, ein-schließlich: allgemeine Lage, -> ''Schadenslage'', Möglichkeiten der Schadensabwehr, eigene Lage.- und Geländeplan zu erstellen, in welchem die Maßnahmen aller Akteure dargestellt sind. Grundlage kann der Lage- und Geländeplan aus dem Veranstaltungskonzept sein, der um sicherheitsrelevante Festlegungen aus dem SicherheitskonzeptBeinhaltet alle zu regelnden Sicherheitsaspekte einer -> ''Veranstaltung'', die sich aus dem Versammlungsstättenrecht und dem allgemeinen Ordnungsrecht sowie eigenen Sicherheitsansprüchen ergeben., dem Crowd Management und dem Verkehrskonzept ergänzt wird. Zusätzlich sollte eine Darstellung der und Abstimmung mit den Einsatzplanungen der BOS erfolgen, damit in einem Plan Problemstellungen offensichtlich werden. Je nach Komplexität der VeranstaltungIm allgemeinen Sinne organisierte Treffen von Menschen über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort oder mehreren Orten gleichzeitig zu einem vorher festgelegten Zweck. Sie werden grundsätzlich zeitlich vorher geplant. kann es notwendig sein, verschiedene Versionen für unterschiedliche Zeitabschnitte (Aufbau, EinlassBegrüßung der Gäste/Teilnehmer eines Events und Geleiten in die -> ''Location''. Je nach Veranstaltungsart unterscheiden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter des Einlasses. ''Anmerkung'': Bei geschlossenen Veranstaltungen werden die Gäste in der Regel persönlich begrüßt. Die mitgebrachten Einladungen werden mit der Gästeliste verglichen, und dem Gast werden weitere Informationen zur Veranstaltung übergeben. Öffentliche Veranstaltungen zeichnen sich durch eine höhere Sicherheitskontrolle aus. Eintrittskarten werden kontrolliert und Personenkontrollen durchgeführt, damit keine verbotenen Gegenstände (Waffen, Flaschen oder Kameras) in die Location mitgenommen werden. Am Einlass bekommt der Gast/Teilnehmer den ersten Eindruck vom Event. Daher ist hier besonders auf die optische Gestaltung und auf einen reibungslosen Ablauf des Einlasses zu achten. Menschenschlangen am Einlass können bei -> ''Notfällen'' ein enormes Sicherheitsrisiko darstellen., Kernzeit, Auslass, Abbau) zu erstellen. Der Plan soll einen Maßstab 1 : 500 (1 cm ≙ 5 m), in keinem Fall aber einen Maßstab kleiner als 1 : 1.000 (1 cm ≙ 10 m) aufweisen. Als Plangrundlage sind kommunale Katasterpläne zu empfehlen. Im Ergebnis wird von PolizeiBehörden des Bundes und der Länder mit Befugnissen zur Aufrechterhaltung der -> ''öffentlichen Sicherheit'' bei -> ''Gefahr'' im Verzug. Der Bund verfügt über die Bundespolizei, den Zoll, das Bundeskriminalamt (BKA) und inspiziert die Bereitschaftspolizeien der Länder. Die Länder verfügen neben der Bereitschaftspolizei über die Schutzpolizei (einschließlich Wasserschutzpolizei) und die Kriminalpolizei. Bundesgrenzschutzverbände und Bereitschaftspolizei sind in Verbänden und Einheiten, Grenzschutzeinzeldienst, Zoll, Schutzpolizei und Kriminalpolizei sowie die Bayerische Grenzpolizei einzeln dienstlich organisiert. Rechtsgrundlagen der Länderpolizeien sind die Polizeiorganisationsgesetze der Länder., Feuerwehr, RettungsdienstEine öffentliche Aufgabe der Gesundheitsvorsorge und der -> ''Gefahrenabwehr''; gliedert sich in Notfallrettung und Krankentransport., VeranstalterDerjenige, der für die jeweilige Veranstaltung die Verantwortung trägt. und SanitätsdienstEhemaliger Fachdienst nach dem Gesetz über die Erweiterung des Katastrophenschutzes (KatSG) vom 9.7.1968, der nach den Katastrophenschutzgesetzen einzelner Länder fortbestehen kann. für das Veranstaltungsgebiet eine einheitliche Karte (Laternenstandorte, Plan-quadrate, Unfallhilfsstellen, Bereitstellungsräume u.a.) verwendet. Die detaillierten Planungsunterlagen sollten nach Möglichkeit elektronisch bereitgestellt werden.

Formale Voraussetzungen für Lage- und Geländepläne

  • maßstäblich (Inhalte zueinander sowie Übersichtlichkeit)
  • lesbar
  • aussagekräftig (wesentliche Informationen enthalten)
  • allgemein verständlich (Legende)
  • umfassend (unter Einbeziehung der relevanten Außenbereiche)
  • aktuell
  • ggf. Unterteilung der Veranstaltung in Abschnitte zur leichteren Orientierung (fest benannte Bereiche, Raster etc.)

Mögliche Einträge:

  • Informationen aus dem Sicherheitskonzept
    • Flucht- und Rettungswege
    • An- und Abfahrtswege der BOS und Sanitätsdienste
    • Aufstellflächen für die Feuerwehr und ggf. Gerät des Rettungsdienstes
    • Sicherheits- und Koordinierungskreis
    • Sanitätsdienststandorte
    • Lotsenstellen
    • Übergabepunkte
    • ...
  • Festlegungen aus dem Verkehrskonzept
    • Parkflächen
    • Haltestellen des ÖPNV
    • Maßnahmen zur Lenkung der Personenströme außerhalb des Veranstaltungsgeländes
    • ...
  • Informationen aus den Aufbau- und Nutzungsplänen
    • Bühne, Delay-Tower, Videowand
    • ZuschauerbereichBereich, von dem aus die -> ''Zuschauer'' das Ereignis betrachten., AbschrankungenOrtsfeste und zeitlich begrenzte schützende -> ''Absperrung'', die Teil des Gebäudes oder Bauwerkes ist und für den Schutz von Personen vor dem Abstürzen bzw. für das Zurückhalten, Anhalten oder Führen von Personen vorgesehen ist.
    • Produktions- und Lieferwege
    • Ver- und Entsorgung (WC, Catering etc.)
    • Fürsorgestrukturen
    • ...
  • Informationen zum Crowd-Management
    • Führung der Personenströme bei der Anreise, in der Kernzeit und bei der Abreise
    • Ein- und Auslassschleusen
    • Zuschauerbereiche und Absperrungen
    • Beschilderungen
    • ...

Zudem wird empfohlen die Pläne übersichtlich zu halten und bei zu vielen Informationen einen zusammenhängenden Plansatz zu erstellen.

Beispiel Berlin.png
Beispiel Annakirmes.png



Autoren: Armin Seyfried (Forschungszentrum Jülich GmbH), Steffen Dieckmann (Berliner Feuerwehr), Dennis Vosteen, Johannes Thomann (Berufsfeuerwehr München)