Sanitätsdienst

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Aufgabenschwerpunkte SanitätsdienstEhemaliger Fachdienst nach dem Gesetz über die Erweiterung des Katastrophenschutzes (KatSG) vom 9.7.1968, der nach den Katastrophenschutzgesetzen einzelner Länder fortbestehen kann.

Dem Sanitätsdienst kommt die Aufgabe zu, dem Regelrettungsdienst im Bereich der jeweiligen VeranstaltungIm allgemeinen Sinne organisierte Treffen von Menschen über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort oder mehreren Orten gleichzeitig zu einem vorher festgelegten Zweck. Sie werden grundsätzlich zeitlich vorher geplant. Bagatellverletzungen und -erkrankungen abzunehmen und zudem ein frühzeitiges, qualifiziertes Eingreifen und damit eine Verkürzung des behandlungsfreien Intervalls bei medizinischen Notfällen zu gewährleisten. Dem kommt insbesondere bei weitläufigen oder unübersichtlichen Örtlichkeiten mit einer großen Zahl von Besuchern eine große Bedeutung zu. Die Aufgabenschwerpunkte für den Sanitätsdienst lassen sich stichpunktartig zusammenfassen:

  • erweiterte Erste-Hilfe,
  • frühzeitiges, qualifiziertes Eingreifen bei Bagatellerkrankungen und -verletzungen (Kopfschmerzen, Blasen, etc.)
  • unverzügliche, zielgerichtete AlarmierungVerbindliche Aufforderung an die Hilfskräfte, ihre Einsatzbereitschaft herzustellen. Die Alarmierung ist die Ausgabe eines Befehls, durch den bestimmte -> ''Einsatzkräfte'' einen sofortigen -> ''Einsatz'' erhalten oder zur Bereitstellung aufgefordert werden. ''Anmerkung'': Treffen Einsatzkräfte Schadensereignisse an, zu denen sie nicht alarmiert worden sind, so gelten sie durch das Ereignis als unmittelbar alarmiert. des Rettungsdienstes und dessen Einweisung an der EinsatzstelleDer Ort beziehungsweise das Objekt, an dem -> ''Einsatzkräfte'' bei -> ''Bränden'', Unglücksfällen oder sonstigen Notständen tätig werden. Die Einsatzstelle kann in Einsatzabschnitte unterteilt werden.
  • qualifizierte Patientenversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei medizinischen Notfällen

Personaleinsatz

Die Anzahl der eingesetzten Sanitätsdienstmitarbeiter muss mindestens der, von der jeweilig festsetzenden Behörde geforderten Zahl entsprechen. Konzeptioniert der VeranstalterDerjenige, der für die jeweilige Veranstaltung die Verantwortung trägt. gemeinsam mit dem Leiter Sanitätsdienst den aus ihrer Sicht erforderlichen Sanitätsdienst, wird dies von der Behörde auf Angemessenheit geprüft. Ergibt sich im Verlauf der Veranstaltung die Notwendigkeit den Kräfteansatz zu erhöhen (z. B. erhöhte Versorgungszahlen) ist dies durch den Sanitätsdienstleister eigenständig durchzuführen.Soll die Sanitätsdienststärke aufgrund einer geringeren Personenzahl reduziert werden, ist hierfür das Einvernehmen der Genehmigungsbehörde bzw. Integrierten LeitstelleStändig besetzte Einrichtung zur Aufnahme von Meldungen sowie zum Alarmieren, Koordinieren und Lenken von Einsatzkräften. erforderlich.

Notwendigkeit von Sonderdiensten

Je nach Örtlichkeit der Veranstaltung kann es notwendig sein, dass der reguläre Sanitätsdienst um Sonderdienste, wie z.B. Berg,- Wasser-, Höhenrettung, ergänzt wird.

Stärke und Qualifizierung

Ergänzend zum Punkt „Personaleinsatz“ ist hier darzustellen, über welche Qualifikation die einzelnen Einsatzkräfte verfügen, um die zeitnahe Abarbeitung der Aufgabenschwerpunkte gegebenenfalls zeitgleich sicherstellen zu können. Dies kann nur mit dem EinsatzAufgrund eines Auftrages, -> ''Befehls'' oder eigenen Entschlusses ausgelöste Tätigkeit von Einzelpersonen, Einheiten oder/und Einrichtungen des Zivilschutzes zur Hilfeleistung und Schadensbekämpfung. geeigneter Kräfte zur Durchführung des Sanitätsdienstes gewährleistet werden. Die Stärke und Qualifikation des Sanitätsdienstes wird daher üblicherweise durch die für den RettungsdienstEine öffentliche Aufgabe der Gesundheitsvorsorge und der -> ''Gefahrenabwehr''; gliedert sich in Notfallrettung und Krankentransport. zuständige Behörde festgelegt. Alternativ ist es möglich, dass ein vom Dienstleister (Hilfsorganisation, privater Anbieter) erstelltes EinsatzkonzeptUnabhängig von einem eingetretenen -> ''Schadensfall'' erarbeitetes Konzept zu Abarbeitung eines bestimmten -> ''Szenarios''. Es dient im Einsatzfall als Grundlage der Abläufe und Arbeiten und wird im Laufe des Einsatzgeschehens an die realen Gegebenheiten angepasst. zur Prüfung bei der Genehmigungsbehörde eingereicht wird, die dieses prüft und bei Zustimmung die Bemessung und Qualifikation der Kräfte übernimmt.

Die Qualifikation der einzelnen Einsatzkräfte ist detailliert darzustellen (Sanitätshelfer, Rettungssanitäter, Arzt, Arzt mit Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ oder Fachkundenachweis „Rettungsdienst“ etc.).

Die Bemessung erfolgt meistens nach einer Risikoeinschätzung („Maurer-Schema“). Alternativ steht der „Kölner Algorithmus“ nach der Methode einer ingenieur-wissenschaftlichen Bedarfsplanung zur Verfügung. Generell gehen in die Bemessung vorrangig die Örtlichkeit, die erwartete Besucherzahl und die Art der Veranstaltung ein.

Hinweis:
Insbesondere für Veranstalter ohne einen sanitätsdienstbezogenen Hintergrund empfiehlt es sich im Vorfeld mit den Anbietern dieser Dienstleistung in Kontakt zu treten und deren Expertise zu nutzen. Ein Anhaltspunkt für ein Sanitätsdienstkonzept kann auch die Sanitätsdienstbemessung nach vfdb-Richtlinie 03-03 „Einsatzplanung Großveranstaltungen“ geben.

s.a. vfdb-Merkblatt „Sanitätsdienst“

Literatur zur weiteren Vertiefung des Themas:

  • Knopp, Philipp; Schmidt, Jörg (2010): Der Kölner Algorithmus im Vergleich zum Maurer-Schema, Köln. Im Internet zum Download:

www.vfdb.de/download/Vergleich_Maurer_Koelner_Algorithmus.pdf

  • Maurer, Klaus; Peter, Hanno (Hrsg.) (2005): GefahrenabwehrGefahrenabwehr sind Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der -> ''öffentlichen Sicherheit''. Dafür sind Gefahrenabwehrbehörden (z.B. Polizei, Ordnungsämter) zuständig. bei Großveranstaltungen, Edewecht (Stumpf + Kossendey).
  • vfbd-Merkblatt 03-03 Einsatzplanung Großveranstaltungen (2010-11) vfbd.de



Bearbeiter: Dennis Vosteen, Johannes Thomann (Berufsfeuerwehr München)