Stromversorgung

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Einleitung

Die Stromversorgung und die Ausstattung mit elektrischen Betriebsmitteln gehören zu den regelmäßigen infrastrukturellen Ausstattungen eines Veranstaltungsgeländes. Strom und Elektrizität hat jedoch auch das Potential, bei unsachgemäßem EinsatzAufgrund eines Auftrages, -> ''Befehls'' oder eigenen Entschlusses ausgelöste Tätigkeit von Einzelpersonen, Einheiten oder/und Einrichtungen des Zivilschutzes zur Hilfeleistung und Schadensbekämpfung. Schäden zu verursachen, bzw. bei AusfallBeendigung der Fähigkeit einer Einheit, eine geforderte Funktion zu erfüllen. auch den Ausfall sicherheitsrelevanter Infrastrukturen (Beleuchtung, Beschallung) nach sich zu ziehen.

Die Stromversorgung ist daher immer auch Gegenstand der Betrachtung im Rahmen der Sicherheitsbeurteilung der VeranstaltungIm allgemeinen Sinne organisierte Treffen von Menschen über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort oder mehreren Orten gleichzeitig zu einem vorher festgelegten Zweck. Sie werden grundsätzlich zeitlich vorher geplant.. Beginnend mit der bedarfsgerechten Planung über die fachgerechte Ausführung sind im Rahmen der Besuchersicherheit insbesondere das Thema der öffentlich zugänglichen Schalt- & Steckverbindungen, der Verlegung von Kabeln und Leitungen zu betrachten sowie der Notstromversorgung für sicherheitsrelevante Infrastrukturen zu betrachtenDie in diesem Baustein beschriebenen Aspekte dienen nur dem allgemeinen Überblick über das Thema in Hinblick auf die Sicherheitsplanung einer Veranstaltung. Die Planung und Umsetzung selbst sollte bzw. muss durch Fachpersonal realisiert werden. Für das Thema Strom und elektrische Betriebsmittel existieren verbindliche Verordnungen und Regularien, die den Einsatz von Material genau regeln wie den Einsatz von Fachpersonal. Der folgende Baustein soll lediglich einen Überblick über einige Aspekte der Stromversorgung im Rahmen der Sicherheitsplanung für Veranstaltungen betrachten. Der Abschnitt Weiterführende Literatur gibt einen Überblick über die wesentlichen Richtlinien.

Temporäre Stromversorgung

Inwieweit auf einem Veranstaltungsgelände eine temporäre Stromversorgung installiert warden muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hierzu gehört das

  • Vorhandensein von Festnetzkapazitäten
  • Vorhandensein von Anschlussmöglichkeiten an Festnetzkapazitäten
  • Strombedarf der einzelnen Gewerke (Aufbau, Veranstaltung, Abbau)
  • Anforderungen an eine redundante Stromversorgung

In Bezug auf das Veranstaltungslände und das Umfeld müssen insbesondere Fragen der Kabelführung geklärt warden – hierzu gehören auch spannungsführende Kabel in der Höhe und im Boden.

Das gesamte eingesetzte Material muss den geltenden Verordnungen und Richtlinien entsprechen – für die Kontrolle zuständig sind je nach Einsatzgebiet

  • das beauftragte Fachpersonal
  • der / die Verantwortliche für Veranstaltungstechnik
  • der Nutzer

Kabel und Leitungen sind stolperfrei zu verlegen, dies gilt auch für die Verbindungsstellen und Steckverbindungen – hierzu empfehlen sich folgende Maßnahmen / Materialien

  • Verlegung an entlang vorhandener Aufbauten (Achtung: bewegliche Aufbauten können die Kabel beschädigen bzw. verschieben)
  • Einsatz von Kabelmatten (Gummimatten)
  • Einsatz von Kabelbrücken
  • Aufbau von Kabelüberführungen
  • Nutzung von Kabelkanälen

Sicherheitsstromversorgung

Die Musterversammlungsstättenverordnung fordert in § 14 eine Sicherheitsstromversorgung für die folgenden Bereiche:

  • Sicherheitsbeleuchtung,
  • automatischen Feuerlöschanlagen und Druckerhöhungsanlagen für die LöschwasserversorgungDie -> ''Infrastruktur'', Vorrichtungen und Abläufe zur Bereitstellung von Wasser für den -> ''Brandschutz''.,
  • Rauchabzugsanlagen,
  • Brandmeldeanlagen,
  • Alarmierungsanlagen

Auch wenn dies nicht generell auf Großveranstaltungen außerhalb genehmigter Versammlungsstätten-> ''Bauliche Anlagen'' oder Teile baulicher Anlagen, die für die gleichzeitiger Anwesenheit vieler Menschen bei -> ''Veranstaltungen'', insbesondere erzieherischer, wirtschaftlicher, geselliger, kultureller, künstlerischer, politischer, sportlicher oder unterhaltender Art, bestimmt sind sowie Schank- und Speisewirtschaften. übertragen werden kann, ist doch auch für diese Veranstaltungen zu prüfen, inwieweit und für welche Bereiche eine Sicherheitsstromversorgung bzw. eine redundante Stromversorgung notwendig ist.

Außerhalb von Versammlungsstätten wird die Sicherheitsstromversorgung meist durch eine redundante Versorgung dargestellt – in den meisten Fällen mit Hilfe von Generatoren (Festnetz + Generator / Generator + Generator). Insbesondere im Rahmen von Stadtfesten, die den Strom aus dem Festnetz beziehen, wird die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Stromausfalls häufig mit “gering” bis “unwahrscheinlich” beziffert – meist mit dem Verweis auf das (vermeintlich) ausfallsichere Festnetz. Dass Stromausfälle auch im Innenstadtbereich jedoch nicht so selten sind, zeigt meist eine einfache Internetrecherche:

Ob und für welche Bereiche eine redundante Stromversorgung sinnvoll ist, hängt dabei von der individuellen Gefährdungsbeurteilung ab:

  • die ist (Notfall-> ''Gefährdungssituation'', die dringend beendet werden muss oder dringender Abhilfe bedarf.)Beschallung sowie die Kommunikationvon einer Stromversorgung abhängig?
  • findet die Veranstaltung im Dunkeln statt, d.h., ist eine (Sicherheits)Beleuchtung notwendig?
  • gibt es Aufbauten, Angebote etc, die zwingend auf eine unterbrechungsfreie Stromversorgung angewiesen sind ?

Generatoren

Generatoren sind die häufigste Form der Stellung von temporärer Stromversorgung im Veranstaltungsbereich. Generatoren stellen jedoch häufig eine Belastung in Bezug auf LautstärkeBei der Benutzung von Geräten, die der Erzeugung oder Wiedergabe von Schall oder Schallzeichen dienen (Tongeräte), insbesondere Lautsprecher, Tonwiedergabegeräte, Musikinstrumente, Knallgeräte und ähnliche Geräte, ist das jeweilige Landesimmissionsschutzgesetz zu berücksichtigen. Zweck der Landesimmissionsschutzgesetze ist es, Menschen, die natürliche Umwelt sowie Kultur- und Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne des §3 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zu schützen. Sie sehen Angaben zur Nachtruhe und zum Lärmschutz für Nachbarn und auf öffentlichen Plätzen vor. Sondergenehmigungen können vom -> ''Veranstalter'' eingeholt werden. Sie werden erteilt, wenn ein öffentliches Bedürfnis vorliegt. und möglicherweise auch auf die Umwelt dar. Bei der Aufstellung der Generatoren in besonders lärmsensiblen Bereichen kann es daher empfehlenswert sein, auf besonders lärmgeminderte Systeme zurückzugreifen. Vor der Positionierung der Generatoren ist zu prüfen, ob es sich beim Aufstellort um eine besonders geschützte Fläche handelt (z.B. Wasserschutzzone) handelt. Der Aufstellort soll so gewählt sein, dass eine unbefugter Kontakt (z.B. Erklettern) nicht möglich ist.

gesetzliche Grundlagen und weiterführende Literatur

Es existieren umfangreiche Vorgaben zum Thema "Strom, Stromversorgung, elektrische Anlagen und Betriebsmittel" etc. - insbesondere in Vorschriften des DGUV und den VDE Normen.

  • [1] DGUV Vorschrift 3 - Elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Verfügbar unter [1] [22.06.2015]
  • [2] DGUV Vorschrift 17: BGV C1 - Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung. Versügbar unter [2] [22.06.2015]
  • [3] DGUV Vorschrift 17 DA - Durchführungsanweisungen zur Unfallverhütungsvorschrift Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung. Verfügbar unter [3] [22.06.2015]

Die einschlägigen VDE Normen (z.B. zum Thema Sicherheitsstromversorgung, Sicherheitsbeleuchtung etc.) finden sich unter:www.vde-verlag.de/normen.html



Autorin: Sabine Funk (IBIT GmbH)