Betriebsarten

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Im Vorfeld einer VeranstaltungIm allgemeinen Sinne organisierte Treffen von Menschen über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort oder mehreren Orten gleichzeitig zu einem vorher festgelegten Zweck. Sie werden grundsätzlich zeitlich vorher geplant. wird viel geplant, besprochen und abgestimmt. Wenn die Festlegungen und Vorgaben in der Durchführungsphase jedoch nicht umgesetzt und Auflagen nicht eingehalten werden oder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, wird das erforderliche Sicherheitsniveau nicht erreicht. Es ist daher wichtig, sich neben der Bedeutung der einzelnen Veranstaltungsphasen auch die unterschiedlichen Arten des Veranstaltungsbetriebes während der Durchführungsphase bewusst zu machen. Diese Betriebsarten können unterschiedliche Abstimmungen zwischen den Akteuren erfordern, die, wenn sie nicht erfolgen, stark negative Auswirkungen auf die Veranstaltungssicherheit haben können: Einzelentscheidungen eines Beteiligten können sicherheitstechnischen Einfluss haben und die gesamte Planung beeinflussen. In der Praxis hat sich eine dreiteilige Unterteilung bewährt, die oftmals auch in den Ampelfarben dargestellt wird.

Im Vorfeld der Ausgestaltung der einzelnen Betriebsarten müssen diese inhaltlich jedoch genau geplant werden und die Rahmenbedingungen für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung – etwa der Treffpunkt (die Koordinierungsstelle), die Kommunikationsmöglichkeiten untereinander und die zu beteiligten Personen – festgelegt werden. Die Einteilung und Ausgestaltung der Betriebsarten ist auf Grundlage von Praxiserfahrung erstellt worden. Es handelt sich jedoch lediglich um eine mögliche Form der Ausgestaltung, diese muss generell vor dem Hintergrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der im jeweiligen Bundesland existieren gesetzlichen Regelungen und zur Anwendung empfohlenen Leitfäden, Handreichungen etc. erfolgen.

Regelbetrieb (Ampelphase grün)

Im Regelbetrieb läuft die Veranstaltung wie geplant ab. Die Planungen des Sicherheitskonzeptes werden umgesetzt, es entstehen keine sicherheitsrelevanten Probleme. Die sich entwickelnden Problemstellungen betreffen lediglich die Struktur des Veranstalters - dies können untergeordnete Logistikprobleme, Programmänderungen, Wünsche von VIPs oder ähnliches sein – so dass eine Beteiligung der Behörden nicht erforderlich ist.

Die Verantwortlichkeit für den reibungslosen Veranstaltungsablauf liegt beim VeranstalterDerjenige, der für die jeweilige Veranstaltung die Verantwortung trägt., der sich allerdings von durch ihn ausgewählte Mitarbeiter und Dienstleister beraten lassen kann (Sicherheitskreis).

Abstimmungsbedürftiges Veranstaltungsereignis (Ampelphase gelb)

Ein Ereignis, das eine Abstimmung innerhalb des Koordinierungskreises (i. d. R. Veranstalter bzw. Veranstaltungsleiter, Ordungsdienstleiter, Leiter Sanitätsdienst, Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik, GefahrenabwehrGefahrenabwehr sind Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der -> ''öffentlichen Sicherheit''. Dafür sind Gefahrenabwehrbehörden (z.B. Polizei, Ordnungsämter) zuständig./Sicherheitsbehörden) erfordert (beispielsweise besondere Witterungsbedingungen, ein kritisch hoher Befüllungsgrad der Veranstaltung) wirkt sich auf den Regelbetrieb aus, zunächst ohne dass der Ablauf der Veranstaltung eine signifikante Beeinflussung erfährt. Dieses Ereignis kann sich jedoch im weiteren Veranstaltungsverlauf zu einer signifikanten Störung – ggf. inkl. Personen- und Sachschäden – entwickeln, so dass eine gemeinsame koordinierende Absprache notwendig ist, um informativ vor die LageBeschreibung der bestehenden Situation, ein-schließlich: allgemeine Lage, -> ''Schadenslage'', Möglichkeiten der Schadensabwehr, eigene Lage. zu kommen und eine weitere Eskalation der Lage zu verhindern.

Der Veranstalter bleibt weiterhin für den Ablauf der Veranstaltung verantwortlich, die Behördenvertreter übernehmen zunächst lediglich eine beratende Funktion, unterstützen den Veranstalter und informieren gegebenenfalls den eigenen Bereich über die Lage. Der KoordinierungskreisI. d. R. der um die -> ''Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)'' erweiterte -> ''Sicherheitskreis''. Im Koordinierungskreis des -> ''Veranstalters'' haben die Behördenvertreter zunächst eine beratende Funktion. Sollten die Behörden der Gefahrenabwehr (-> ''Polizei'', -> ''Feuerwehr'', -> ''Rettungsdienst'') feststellen, dass es ihrerseits Handlungsbedarf gibt, werden diese ggf. die Führung im Koordinierungskreis als Vorstufe zu einer -> ''Einsatzleitung'' der -> ''polizeilichen'' oder -> ''nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr'' übernehmen. Hier ist der Veranstalter anwesend, um Maßnahmen umzusetzen und durch Fachwissen zu unterstützen. Die Führung liegt dann auf Seiten der jeweiligen Gefahrenabwehrbehörde des Veranstalters kann das Ereignis eigenständig bearbeiten oder führt bis zum Eintreffen externer Einsatzkräfte notwendige/lageabhängige Erstmaßnahmen durch.

SchadensfallVeranstaltungsphase in der ein Schadensfall eingetreten ist. In dieser Phase arbeiten die -> ''Einsatzleitungen'' von -> ''Polizei'', -> ''Feuerwehr'' und -> ''Rettungsdienst'' vor Ort der Gesamteinsatzleitung (Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst - je nach zutreffender Rechtgrundlage) zu. -> ''Sicherheitsgremium'' und erweitertes Sicherheitsgremium / -> ''Krisengremium'' / -> ''Krisenstab'' unterstützen die Einsatzleitung und führen Weisungen aus (Ampelphase rot)

Der geplante Ablauf der Veranstaltung wird durch ein Ereignis massiv beeinflusst beziehungsweise die darauf folgenden Maßnahmen der Behörden haben einen erheblichen Umfang. Auslöser kann ein eingetretener Schadensfall (z. B. ein UnfallPlötzliches, unvorhergesehenes und durch äußere Ursachen eintretendes Ereignis, das zu einem -> ''Schaden'' an Personen und / oder Sachen führt., eine Explosion) oder ein akut drohender Schadenseintritt (z . B. ein angekündigtes Unwetter, eine Bombendrohung) sein. Somit kann es bereits zu Personen- und Sachschäden gekommen sein oder mit deren Eintritt ist jederzeit zu rechnen. In jedem Fall ist die Lage jedoch durch die zuständige Gefahrenabwehrbehörde als KrisenfallSobald durch ein Ereignis oder einen Umstand der Regelbetrieb der -> ''Veranstaltung'' verlassen wird, spricht man vom Krisenfall. Ziel in dieser Veranstaltungsphase ist es in den Regelbetrieb zurückzukehren. Für diese Phase sind die Szenarien im -> ''Sicherheitskonzept'' vorgeplant worden, um darauf aufbauend Maßnahmen zur Erreichung des vorgenannten Zieles zu erreichen. Es ist noch kein -> ''Schadensfall'' eingetreten. mit einem möglichen beziehungsweise realisierten Schadenseintritt und den daraus resultierenden Personen- und Sachschäden zu bearbeiten, zumal Einsatzkräfte der Gefahrenabwehr z.T. einen zeitlichen Vorlauf benötigen (z. B. ehrenamtliche Einheiten).

Die zuständige Behörde (in aller Regel die polizeiliche oder nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr) schreitet entsprechend den gültigen gesetzlichen Grundlagen (FeuerwehrEine öffentliche oder private Einrichtung zur Abwehr von -> ''Gefahren'' für Leben, Gesundheit und Sachen durch Brände, Explosionen, Überschwemmungen, -> ''Unfälle'' und ähnliche Ereignisse. Daneben kann sie noch andere Aufgaben, insbesondere des vorbeugenden -> ''Brandschutzes'', wahrnehmen. Einzelheiten sind in den gesetzlichen Regelungen der Länder und des Bundes festgelegt. Öffentliche Feuerwehren können aus Berufsfeuerwehren und/oder Freiwilligen Feuerwehren oder auch aus Pflichtfeuerwehren bestehen. Private Feuerwehren können Werkfeuerwehren und Betriebsfeuerwehren sein. Freiwillige Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren können in Ortsfeuerwehren (Feuerwehr eines Ortsteils einer Gemeinde) unterteilt sein.-, PolizeiBehörden des Bundes und der Länder mit Befugnissen zur Aufrechterhaltung der -> ''öffentlichen Sicherheit'' bei -> ''Gefahr'' im Verzug. Der Bund verfügt über die Bundespolizei, den Zoll, das Bundeskriminalamt (BKA) und inspiziert die Bereitschaftspolizeien der Länder. Die Länder verfügen neben der Bereitschaftspolizei über die Schutzpolizei (einschließlich Wasserschutzpolizei) und die Kriminalpolizei. Bundesgrenzschutzverbände und Bereitschaftspolizei sind in Verbänden und Einheiten, Grenzschutzeinzeldienst, Zoll, Schutzpolizei und Kriminalpolizei sowie die Bayerische Grenzpolizei einzeln dienstlich organisiert. Rechtsgrundlagen der Länderpolizeien sind die Polizeiorganisationsgesetze der Länder.-, RettungsdienstEine öffentliche Aufgabe der Gesundheitsvorsorge und der -> ''Gefahrenabwehr''; gliedert sich in Notfallrettung und Krankentransport.- und Katastrophenschutzgesetz) ein, um SicherheitFreiheit von unvertretbarem -> ''Risiko''. und Ordnung zu gewährleisten bzw. wiederherzustellen. Der Koordinierungskreis unterstützt die jeweilige EinsatzleitungBestehend aus:.

Übersicht über die Betriebsarten. (c)Branddirektion München



Autoren: Dennis Vosteen, Johannes Thomann (Berufsfeuerwehr München); Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol), Fachgebiet "Polizeiliches KrisenmanagementAlle Maßnahmen zur Vermeidung von, Verbreitung auf, Erkennung und Bewältigung sowie Nachbereitung von -> ''Krisen''."; Frank Altenbrunn (Berliner Feuerwehr)