BaSiGo - Bausteine für Sicherheit von Großveranstaltungen

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15.07.2013 13:35 Alter: 5 yrs
Kategorie: BaSiGo
Von: Picker; BFM

Workshop „veranstaltungsbezogene Ausbildung“

Die Gewährleistung der Sicherheit bei Veranstaltungen liegt in vielen Händen. Einer dieser Sicherheitsakteure ist natürlich die Feuerwehr. Im Rahmen des Forschungsprojektes BaSiGo – „Bausteine für die Sicherheit bei Großveranstaltungen“ wurde deshalb ein Workshop zur „veranstaltungsbezogenen Ausbildung“ durchgeführt.


Teilnehmer des Workshops.

Peter Bachmeier, fachlicher Projektleiter bei der Branddirektion München.

Wolfgang Schäuble, Dienststellenleiter der Branddirektion München.

Dennis Vosteen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts.

Dennis Vosteen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts.

Eingeladen hatte die Berufsfeuerwehr München, deren Schwerpunkt bei dem Projekt im Bereich der Einsatzvorbeugung liegt. Für Peter Bachmeier, der die fachliche Projektleitung bei der Branddirektion inne hat, ist klar, dass der Bereich Sicherheit bei Großveranstaltungen zur Ausbildung der Feuerwehren und zur Fortbildung von Brandschutzdienstellen sowie Entscheidungsträgern auf Verwaltungsebenen gehören sollte. Aber: „Wir wollen nicht nur Zettel in Ordner abheften“, sagt Bachmeier. Denn damit sei niemandem geholfen. Die Ausbildung muss daher Substanz haben:

Und die haben die Vertreter verschiedener Organisationen bei dem Workshop erarbeitet. Die grobe Struktur einer zukünftigen Aus- und Fortbildung steht:

  • an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) soll die Ausbildung auf Verwaltungsebene stattfinden. Als Zeitansatz hierfür hat die AKNZ eine Woche, inklusive An- und Abreise, angesetzt. Ein erster Curriculaentwurf wurde auf dem Workshop vorgestellt, diskutiert und im Anschluss an den Workshop durch feuerwehrrelevante Themen ergänzt. Die weitere Themenfindung, Dozentensuche und die endgültige Umsetzung des Workshops wird auf dem nächsten Arbeitspakettreffen im Oktober diskutiert, so dass die Pilotschulung im ersten Quartal 2014 stattfinden kann.
  • einig waren sich die Teilnehmer, dass die Fachausbildung der Feuerwehr-einsatzkräfte an den eigenen Schulen realisiert werden kann und landesspezifische Besonderheiten abdecken muss
  • die Fortbildung von Mitarbeitern der Brandschutzdienstellen und Ordnungsämter soll hingegen mit einem eintägigen Symposium in München realisiert werden. Aktuell ist dieses für das zweite Quartal 2014 geplant und muss noch mit den Feuerschulen abgestimmt werden.

Alle Aus- und Fortbildungen beziehen sich auf den Zeitraum des BaSiGo-Projekts bis Februar 2015. „Über das Thema Nachhaltigkeit der Ausbildungen muss im Rahmen von BaSiGo noch diskutiert werden, um einen langfristigen Erfolg der Überlegungen zu gewährleisten“, sagt Dennis Vosteen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts bei der Berufsfeuerwehr München.

Neben dem Bereich Ausbildung, will BaSiGo eine Unterstützung für die tägliche Arbeit leisten. Ziel ist es daher, ein praxistaugliches Handbuch als Baukastensystem zu erstellen und mit diesem „BaSiGo-Guide“ deutschlandweite Standards anzubieten. Das „BaSiGo-Support System“ soll dieses Nachschlagewerk elektronisch unterstützen und als Internetanwendung die Veranstaltungsplanung unterstützen. Die Zielgruppe sollen alle Verantwortlichen der Gefahrenabwehr sein, die Kommunen und die Veranstalter. Wichtig ist es,

  • Hilfestellung auch für kleinere Kommunen bei Genehmigung und Durchführung zu geben
  • die Rollen zwischen den Beteiligten zu klären – wer macht was, wann und wo

Gerade das Rollenverständnis sei für die Feuerwehr sehr wichtig. „Denn sie wird oft in die falsche Rolle gedrängt und letztlich als Veranstalter behandelt“, sagt Bachmeier. Das dürfe nicht sein und könne nicht funktionieren.

„Verzahnung“ nennt es Wolfgang Schäuble, Dienststellenleiter der Berufsfeuerwehr München. Mit einer solchen können alle Beteiligten bei der Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung profitieren. Jeder müsse seine Aufgaben kennen. Und das geht nur mit Standards, die man gemeinsam um- und auch einsetzt.

Teilnehmer des Workshops:
Staatliche Feuerwehrschule Würzburg, Staatliche Feuerwehrschule Geretsried, Landesfeuerwehrverband Bayern, Berufsfeuerwehr Würzburg, Berliner Feuerwehr, Berufsfeuerwehr München, IST GmbH