BaSiGo - Bausteine für Sicherheit von Großveranstaltungen

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24.05.2014 13:38 Alter: 3 yrs
Kategorie: BaSiGo
Von: Picker, BFM

Symposium: Ihr Weg zur sicheren Veranstaltung großes Interesse – intensiver Austausch – keine Patentlösungen

Das erste Symposium zum Thema Veranstaltungssicherheit der Branddirektion München ist am Donnerstag, 8. Mai, restlos ausverkauft gewesen. Im Internationalen Congress Center München trafen sich mehr als 380 Interessierte. Die Vertreter verschiedenster Organisationen konnten sich einfach nur von der Expertenrunde informieren lassen oder aber auch ihre speziellen Fragen an das Podium stellen.


Das Symposium der Branddirrktion am 8. Mai war restlos ausverkauft.

Das Grußwort hielt Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle.

Wolfgang Schäuble, Leiter der Branddirektion, stellte das Forschungsprojekt BaSiGo vor, dessen Schwerpunkt die Planung einer sicheren Veranstaltung ist.

Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, ihre speziellen Fragen zu stellen.

Drei Themenblöcke sind an dem Veranstaltungstag anhand von Einzelvorträgen mit zugehöriger Podiumsdiskussion aufgearbeitet worden:

  • Planung und Genehmigung einer Veranstaltung
  • Umsetzung des Sicherheitskonzepts
  • Zusammenarbeit im Schadenfall

Tamara Geiger, Leiterin des Veranstaltungs- und Versammlungsbüro der Stadt München, erklärte den Weg bis zum Bescheid und deckte mit ihrem Vortrag die rechtliche Ebene des Genehmigungsverfahrens ab. Wie die Planer in der Praxis mit den Herausforderungen und Schwierigkeiten umgehen, demonstrierten Rolf Tischer, stellvertretender Bereichsleiter Messe München GmbH, und David "Buffo" Völker, Meister für Veranstaltungstechnik. "Wir haben immer das gleich Schema", erklärte Tischer und zeigte sein Vorgehen anhand eines Planungskreislaufs für eine Messe. Wichtigstes Ziel für ihn: "Gegenseitiges Vertrauen schaffen."
Diese Forderung nach Vertrauen zog sich durch die gesamte Veranstaltung. Ebenso wie der Wunsch nach ausreichender Kommunikation und gelebter Verantwortung. Vor allem das Thema Sicherheitskonzept war vielen Symposiumsteilnehmern nach den ersten Impulsvorträgen ein wichtiges Anliegen. Wer soll sie aufsetzen? Welche Qualifikationen braucht man? Und gibt es ein Muster beziehungsweise eine Vorlage? Fragen, die das Podium beantwortete. Es gibt zwar Richtlinien, aber keine konkrete Vorlage. Ob diese notwendig ist oder eine Checkliste sinnvoll wäre, darüber herrscht Uneinigkeit. "Wir haben anfangs auch Lehrgeld zahlen müssen. Aber man wird besser mit der Zeit", sagte Peter Bachmeier von der Branddirektion München. Man müsse aber bei der Planung bedenken, dass nicht immer alles in Gesetzen zu finden sei und es nicht immer ein Schwarz oder Weiß gebe. Einig war man sich auf dem Podium, dass Checklisten und Regeln durchaus eher frustrierten und dass der Dialog wertvoller und wichtiger ist.

Beim zweiten Thema "Planung und Genehmigung" verwies Bachmeier noch mal eindringlich darauf, dass Sicherheitskonzepte nicht nur geschrieben, sondern auch bekannt sein und gelebt werden müssen. Auch eine "ehrliche Reflektion" sei am Ende des Tages wichtig. "Gerade für die nächste Veranstaltung."

Einig war man sich, dass Veranstaltungen veranstaltbar bleiben müssen. "Man darf nicht froh sein, Verantwortung abzugeben", sagte Veranstalter Völker. "Die handelnden Personen gehören einfach an einen Tisch", so Werner Feiler, Leitender Polizeidirektor beim Polizeipräsidium München.

Am Ende stand die wichtige Frage von Moderatorin Sabine Effner im Raum: "Ist das was in München so erfolgreich praktiziert wird auch in anderen Kommunen umsetzbar?" "Es muss so sein. Denn die Gesetze sind die Gleichen. Vielleicht heißt das Kreisverwaltungsreferat nicht überall Kreisverwaltungsreferat, aber sonst sehe ich eigentlich keine Unterschiede", sagte Peter Bachmeier. Auch Feiler konnte hier nur zustimmen: "Es ist alles kein Geheimnis." Und wenn man mal nicht weiter wisse, weil es eine Veranstaltung ist, die man so noch nicht hatte, "dann sucht man sich jemanden, der das schon mal gemacht hat und fragt nach."

Zusammengefasst hielten die Podiumsteilnehmer folgende Bausteine für eine sichere Veranstaltung für besonders wichtig:

  • Kommunikation
  • Improvisation
  • Dokumentation
  • lebbare und umsetzbare Planungen
  • geeignete Maßnahmen, die auch im Schadensfall greifen
  • Vertrauen zueinander
  • Zusammenarbeit
  • Beziehungspflege – besonders bei sich wiederholenden Veranstaltungen
  • wahrnehmen und leben der eigenen Verantwortung
  • frühere Entscheidungen bei neuen Veranstaltungen immer wieder hinterfragen
  • erfahrenes und geschultes Personal
  • Vorbereitung – nicht alles ist planbar, aber man sollte auf Eventualitäten vorbereitet sein und reagieren können.