BaSiGo - Bausteine für Sicherheit von Großveranstaltungen

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22.04.2015 12:21 Alter: 2 yrs
Kategorie: BaSiGo

BaSiGo-Pilotseminarreihe erfolgreich abgeschlossen


Gruppenbild BaSiGo Pilot 4

Das vierte und somit letzte Pilotseminar „Interdisziplinäre Grundlagenausbildung Sicherheit bei Großveranstaltungen“ im Rahmen des Forschungsprojektes „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ (BaSiGo) wurde von 2. bis 6. März erfolgreich an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) durchgeführt. Basierend auf der Auswertung der vorangegangenen Seminare wurde die vierte Schulung noch einmal deutlich weiterentwickelt. So rückte das Erlangen bzw. die Erweiterung bestehender Handlungskompetenzen in der interorganisationalen Zusammenarbeit noch weiter in den Vordergrund. 

Die 15 Teilnehmer repräsentierten alle an der Veranstaltungsplanung, -Genehmigung und -Durchführung beteiligten Gruppen wie Veranstalter, Sicherheits- und Ordnungsdienste, Genehmigungsbehörden, Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst. Somit fand auch bei diesem Seminar wieder ein reger Austausch unter den Gewerken statt, der das Verständnis für die Belange der anderen förderte. Die Interdisziplinarität zeigte sich auch bei der Auswahl der Dozenten. Es konnten wieder Experten mit langjähriger Erfahrung in der Veranstaltungssicherheit zur Vermittlung der theoretischen und praktischen Inhalte gewonnen werden. 

Am Montag erhielten die Teilnehmer nach der Begrüßung zunächst eine Einführung in die Sicherheitsplanung. Anschließend mussten sie bereits ihre Teamfähigkeit bei einer praktischen Kommunikationsübung unter Beweis stellen. Es galt dabei einen Turm aus Lego-Bausteinen, der sich im Nachbarraum befand, nachzubauen. Dabei durfte der Reihe nach immer nur ein Mitglied der vorab gebildeten Gruppen den Turm in Augenschein nehmen und den Mitspielern anschließend die Position der Bausteine mitteilen. Neben den „Kommunikationserkenntnissen“ half diese Übung den Teilnehmern sich bereits am ersten Tag besser kennen zu lernen und auf Augenhöhe auszutauschen. 

Der Vormittag des zweiten Seminartages stand im Zeichen des Risikomanagements und der Notfallplanung. Auch diese Inhalte wurden mit großem Interesse aufgenommen. Nach einer weiteren Unterrichtseinheit zum Thema Raumplanung, Crowd Dynamics und Infrastruktur fuhr der Kurs gemeinsam zum Nürburgring um sich dort über die Sicherheitsplanung bei Großveranstaltungen wie dem Formel 1-Grand Prix oder „Rock am Ring“ zu informieren. 

Bei den neu entwickelten Seminarteilen ab Mittwoch lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Kompetenzen in der Teamarbeit, der Kommunikation unter den Beteiligten und der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Dazu wurde der Kurs in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen erhielten eine Beschreibung für eine fiktive Jubiläumsveranstaltung auf dem Gelände der AKNZ mit einem bunten Programm wie einer Show für Kinder, einem Aktionsbereich und einem abschließenden Schlager-Konzert am Abend. Das dazu gehörige lückenhafte Sicherheitskonzept musste anschließend überarbeitet werden. Dabei konnten alle Gruppenmitglieder ihre spezifischen Fachkenntnisse einbringen. Während der gesamten Arbeitsphase begleiteten erfahrene Teamtrainer die Kursteilnehmer. Somit konnte auch während der Gruppenarbeit neues Fach- und Methodenwissen vermittelt werden.

Nach einer abschließenden Abstimmung und Evaluation der Planungsarbeiten am Nachmittag fand am darauf folgenden Seminartag eine Übung zur Arbeit in der veranstaltungseigenen Koordinierungsstelle, aufbauend auf den Planungen vom Vortag, statt. Die Gruppen bekamen hierfür umfassende Mittel zur Kommunikation und Visualisierung wie Telefone, Notebooks mit Internetzugang, Beamer, Pinnwände, Whiteboards und Flipchart zur Verfügung gestellt. Eine Übungsleitung spielte in Echtzeit Ereignismeldungen aus dem fingierten Veranstaltungsumfeld ein. Auf diese Entwicklungen mussten die Gruppen, wieder unterstützt durch ihre Teamtrainer, reagieren. Die Bandbreite der Ereignisse reichte von verloren gegangenen Kindern, gestohlener Ausrüstung des Sanitätsdienstes, einer unklaren Wetterentwicklung und schließlich einem großflächigen Stromausfall im Bereich des Veranstaltungsgeländes. Ziel dieser Ausbildungseinheit war es nicht, eine optimal geplante Veranstaltung reibungslos durchzuführen. Vielmehr sollten die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, sowohl die Kommunikation als auch die Entscheidungsfindungsprozesse in einem interdisziplinären Arbeitsumfeld unter gruppendynamischer Einwirkung zu erleben. Dabei musste die gewohnte Sichtweise, beispielsweise aus dem Blickwinkel eines Veranstalters oder Polizisten, erweitert werden um gemeinsame Entscheidungen im Sinne einer sicheren Veranstaltung zu treffen. Auch im Anschluss an diese Gruppenarbeit fand am Nachmittag eine konstruktive Nachbesprechung statt. 

Abgerundet wurde der Kurs am Freitag durch die Darstellung der Möglichkeiten und Grenzen von Simulationstechniken für Besucherströme sowie von Einrichtungen zur Psychosozialen Notfallvorsorge, die ebenfalls auf großes Interesse stießen. Erste Rückmeldungen am Ende der Kurswoche bescheinigten dem Seminar einen hohen praktischen Nutzen bei den Teilnehmern. Dass speziell die Neuentwicklungen dem Bedarf, der von den vorangegangenen Kursen geäußert wurde, entsprachen, bestätigte sich ebenfalls. Wie bei den bisherigen Pilotseminaren führte ein externer Partner auch während diesem Pilotseminar eine professionelle und umfangreiche Evaluation durch. Die Ergebnisse dazu werden in den nächsten Wochen verfügbar sein und in die internen Nachbereitungen mit einbezogen. Der Bedarf an dieser Ausbildung, die in ihrer Form einige Alleinstellungsmerkmale besitzt, wurde erneut sehr deutlich. Dies zeigen die Rückmeldungen der Teilnehmer und auch die Anmeldungen, welche die Kapazitäten aller durchgeführten Kurse deutlich übersteigen.